Am Samstag, 28. Februar 2026, übten von 10.00 Uhr bis etwa 13.00 Uhr rund 100 Einsatzkräfte auf der voll gesperrten A48 den Ernstfall. Beteiligt waren die Feuerwehr der Stadt Ransbach-Baumbach, die Feuerwehr Dernbach sowie die Gefahrstoffzugteileinheiten Ransbach-Baumbach, Rennerod und Höhr-Grenzhausen. Unterstützt wurden sie durch die PAST Montabaur (Autobahnpolizei) mit zwei Fahrzeugen sowie einen Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes.

Annahme war ein Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen und unterschiedlichen Gefahrgutlagen. „Wir haben angenommen einen Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen“, erläuterte Manuel Fromme, Teileinheitsführer der Gefahrstoffzugteileinheit aus Ransbach-Baumbach.

Im vorderen Bereich des Übungsszenarios stand ein Stückguttransporter mit mehreren Packstücken, davon 16 als radioaktive Sendungen deklariert. Eines galt als beschädigt. „Die Ladung und die beteiligten Personen müssen vom Gefahrstoffzug freigemessen werden“, so Fromme.

Die Messtrupps hatten den Auftrag, sämtliche Packstücke zu lokalisieren, zu zählen, zu markieren und freizumessen. Ziel war es, alle 16 Gebinde eindeutig zu identifizieren und eine Gefährdung auszuschließen. „Die müssen alle 16 Packstücke finden und freimessen und in Sicherheit bringen, sodass keine Gefahr mehr für die Einsatzkräfte und die beteiligten Personen besteht“, betonte der Teileinheitsführer.

Direkt dahinter befand sich ein teilweise beladener Tanklastzug mit Dieselkraftstoff. Durch die angenommene Beschädigung einer Tankkammer trat Kraftstoff aus und floss auf die Fahrbahn sowie in ein angrenzendes Wasserschutzgebiet. „Da war die erste Einsatzmaßnahme das Auffangen des auslaufenden Kraftstoffes“, schilderte Fromme. Anschließend wurde eine Tankmontage gesetzt, um die defekte Kammer abzudichten. Parallel dazu pumpten die Einsatzkräfte den noch vorhandenen Kraftstoff aus der beschädigten in eine intakte Kammer um, um weiteres Austreten zu verhindern.

Im rückwärtigen Bereich stand ein weiterer Sattelzug, der zwei IBC-Behälter mit Essigsäure transportierte. Auch hier trat Flüssigkeit aus, die zunächst mit Wannen aufgefangen wurde. „Aktuell wird von einem Messtrupp dieser Sattelzug geöffnet und begangen, damit er von innen erkundet werden kann“, erklärte Fromme. Abhängig vom Ergebnis sollten die IBC-Behälter gegebenenfalls in leere Behälter umgepumpt werden.

Während der Übung wurden die Maßnahmen regelmäßig in Lagebesprechungen überprüft und angepasst. „Wir haben jetzt die Lage soweit erkundet. Wir haben gleich die nächste Lagebesprechung und kontrollieren, ob die eingeleiteten Maßnahmen zum Erfolg führen“, sagte Fromme. Ziel war es, dass alle leckgeschlagenen Behälter gesichert und sämtliche radioaktiven Packstücke ordnungsgemäß erfasst sind.

Neben der technischen Abarbeitung stand vor allem die Zusammenarbeit im Mittelpunkt. „Alle Kräfte arbeiten Hand in Hand zusammen. Das ist gar nicht so einfach, wenn man mit so vielen Einsatzkräften aus verschiedenen Einheiten gemeinsam übt“, betonte Fromme. Genau diese Zusammenarbeit war das zentrale Übungsziel.

Nach rund drei Stunden endete die Übung planmäßig. „Ich denke, dass die Übung einen sehr guten Abschluss findet“, zog der Teileinheitsführer ein positives Fazit. Auch aus Sicht der Übungsleitung griffen die Maßnahmen wie vorgesehen. Die Übung diente dazu, die Einsatzbereitschaft des Gefahrstoffzuges im Westerwaldkreis zu stärken und Abläufe für komplexe Schadenslagen unter realitätsnahen Bedingungen zu festigen.

(red [LW])