Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises erhöht vorübergehend die Zahl der eingesetzten Rettungsmittel im Rettungsdienstbereich Montabaur. Hintergrund sind die anhaltend hohen Temperaturen und die damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung.

Der vergangene Juni war der heißeste Juni in Westeuropa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nach einer kurzen Abkühlung werden bereits für das kommende Wochenende wieder Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Durch wiederkehrende Hitzewellen können sich die Belastungen für den menschlichen Körper verstärken, da sich Gebäude zunehmend aufheizen und auch die Nächte weniger Erholung bieten. Besonders für Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit gesundheitlichen Vorbelastungen kann dies ein erhebliches Risiko darstellen.

Mit steigenden Temperaturen können auch die Einsatzzahlen im Rettungsdienst zunehmen. Dadurch kann die reguläre Vorhaltung von Rettungsmitteln zeitweise an ihre Belastungsgrenze kommen. Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises hat deshalb als zuständige Rettungsdienstbehörde für den Rettungsdienstbereich Montabaur auf Grundlage einer ausführlichen Analyse der Ärztlichen Leitung Rettungsdienst vorübergehend zusätzliche Rettungsfahrzeuge bereitgestellt.

Zum Rettungsdienstbereich Montabaur gehören die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, der Rhein-Lahn-Kreis sowie der Westerwaldkreis. Insgesamt umfasst das Gebiet rund 650.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Umsetzung zusätzlicher Rettungsmittel ist jedoch mit rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen verbunden. Nach dem rheinland-pfälzischen Rettungsdienstgesetz tragen die insgesamt sieben Rettungsdienstbehörden im Land die Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung. Die Strukturplanungen müssen allerdings den Krankenkassen zur Zustimmung vorgelegt werden, da diese die Kosten für die Fahrzeuge des öffentlichen Rettungsdienstes übernehmen.

Auch die aktuelle hitzebedingte Erhöhung der Rettungsmittel wurde den Krankenkassen vorgelegt. Eine Zustimmung für die zusätzlichen Fahrzeuge erfolgte bislang jedoch nicht.

Die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland erklärte dazu: „Ich hoffe, die Krankenkassen werden ihre Argumentation, die kommenden Temperaturen rechtfertigten keine Aufstockung der Rettungsfahrzeuge, noch einmal überdenken. Bisher haben wir immer gemeinsame Lösungen gefunden und meine Behörde hat die Erhöhung wohl überlegt. Auf die Patienten werden jedenfalls keine Kosten durch die zusätzlichen Rettungsmittel zukommen.“

Die Kreisverwaltung bedankt sich zudem bei den Hilfsorganisationen, die die zusätzlichen Rettungsfahrzeuge kurzfristig bereitstellen und besetzen. Besonders genannt werden dabei das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst.

Gabriele Wieland betont: „Ich danke sehr herzlich dem Deutschen Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst, die die zusätzlichen Rettungsfahrzeuge binnen kürzester Zeit stellen und besetzen. Ohne die verlässliche Einsatzbereitschaft und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst wäre die gute Versorgung unserer Bevölkerung nicht denkbar – nicht im Regelfall und erst recht nicht in besonderen Situationen wie der jetzigen.“

(PM Westerwaldkreis, red [LW])