Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Montabaur e.V. steht vor einer entscheidenden Herausforderung. Für den geplanten Neubau des Mons-Tabor-Bades wird das Gelände benötigt, auf dem derzeit das Vereinsheim der Ortsgruppe steht. Die dort aufgestellten Container, die als Vereinsheim und Garagen dienen, müssten komplett abgebaut werden.
Die Ortsgruppe begrüßt den Neubau des Hallenbades ausdrücklich, da moderne Schwimmstätten eine wichtige Grundlage für die qualifizierte Schwimmausbildung und die Sicherheit im Wasser bieten. Gleichzeitig macht die aktuelle Situation deutlich, dass die DLRG Montabaur dringend eine langfristige Perspektive für ihre Infrastruktur benötigt.
Seit Jahren sucht die Ortsgruppe nach einer dauerhaften Lösung für ihre Unterbringung. Mit dem Verlust des bisherigen Geländes stünde die DLRG ohne Vereinsheim, Garagen und Lagerflächen da. Bisher wurden Fahrzeuge, Boote und Einsatzmaterial in älteren Containern untergebracht. Für die ehrenamtliche Arbeit ist eine funktionierende Infrastruktur unverzichtbar. Die Ortsgruppe verfügt über zwei Transporter, einen 7,5-Tonnen-Lkw, einen Kastenanhänger sowie zwei Rettungsboote mit Trailern, die für Ausbildung, Veranstaltungen und Einsätze benötigt werden.
Der vorhandene Platz reicht bereits jetzt nicht aus, sodass ein Teil der Fahrzeuge und Anhänger an mehreren Standorten untergebracht werden muss. Dies erschwert die Einsatzbereitschaft, da Material nicht zentral verfügbar ist.
Die DLRG Montabaur engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Sicherheit im und am Wasser und stellt unter anderem Kräfte für den Wasserrettungszug Westerwald-Taunus. Einsatzkräfte aus Montabaur waren zudem bei größeren Schadenslagen aktiv, etwa bei der Flutkatastrophe im Ahrtal oder beim Hochwasser im Saarland. Auch in der Region wird die DLRG regelmäßig zu Badeunfällen oder Vermisstensuchen im Wasser alarmiert. Ein Verlust des Standorts würde daher nicht nur den Verein selbst betreffen, sondern auch einen wichtigen Teil des ehrenamtlichen Katastrophenschutzes schwächen.
Bisher konnte trotz verschiedener Gespräche mit den zuständigen Stellen kein Ersatzstandort gefunden werden. Die Stadt Montabaur hat der DLRG inzwischen kostenfreie Schulungsräume sowie einen Stellplatz für eines der Rettungsboote zur Verfügung gestellt. Die Ortsgruppe dankt ausdrücklich für die Unterstützung, betont jedoch, dass dies einen vollständigen Standort mit Garagen, Materiallager und Räumlichkeiten für Ausbildung und Jugendarbeit nicht ersetzen kann.
In diesem Jahr feiert die DLRG Montabaur ihr 80-jähriges Bestehen. Seit acht Jahrzehnten engagieren sich Menschen ehrenamtlich für Schwimmausbildung, Jugendarbeit und Wasserrettung in der Region. Das Jubiläum soll im Sommer gemeinsam mit Mitgliedern und Bürgerinnen und Bürgern im Mons-Tabor-Bad gefeiert werden.
Die Ortsgruppe sucht weiterhin dringend ein geeignetes Grundstück für ein neues Vereinsheim mit Fahrzeug- und Bootsgaragen oder alternativ ein passendes Gebäude. Neben der Unterbringung von Fahrzeugen, Booten und Einsatzmaterial werden auch Räume für Ausbildung, Jugendarbeit und Vereinsleben benötigt.
Die DLRG Montabaur appelliert an Politik, Verwaltung, Unternehmen und mögliche Unterstützer, gemeinsam eine Perspektive zu schaffen, damit Wasserrettung, Jugendarbeit und Katastrophenschutz auch künftig in Montabaur gesichert bleiben.
(Q: DLRG Montabaur, red [LW])